Zusammensetzung auf dem Bild Vereshchagin „Solomon Wall“

1884 ging der Künstler nach Syrien und Palästina. Impressionen dieser Reise veranlassten den Wunsch, eine Serie von Gemälden über die für Vereshchagin völlig ungewöhnlichen Grundstücke des Evangeliums zu schaffen. Sie werden auf sehr originelle Weise interpretiert, ganz anders als die in der europäischen schönen Künste akzeptierten Traditionen.

In den Gemälden von Vereshchagin wird das Leben Christi realistisch interpretiert, oft im Geiste antiker Traditionen und Daten historischer und ethnographischer Wissenschaften, die von der offiziellen Kirche als das reinste Sakrileg anerkannt wurden. In Russland wurden alle evangelischen Gemälde von Vereshchagin generell verboten.

Die Bilder des Evangeliums lösten eine Welle entsetzlicher Entrüstung des katholischen Klerus

aus. In einer Ausstellung von Vereshchagin in Wien ausgestellt, „beleidigten“ diese Bilder die katholische Kirche so sehr, dass der Wiener Erzbischof, Kardinal Ganglbauer, einen ganzen Appell gegen sie und ihren Autor veröffentlichte.

Nach einer Reise in den Nahen Osten stellte Vereschtschagin auch eine Reihe von Gemälden dar, die historische Denkmäler und architektonische Ensembles darstellen. Unter ihnen – „The Wall of Solomon“ (Salomon’s Wall) und „In Jerusalem, die königlichen Gräber“ (beide 1884-1885gg.).

Das Gemälde „Salomon’s Wall“ zeigt die „Klagemauer“ in Jerusalem.

„Die Klagemauer“ (Hebräisch Ha-Kotel Ha-Maaravi) ist ein Teil (485 m lang) der Stützmauer um den Tempelberg in Jerusalem, die nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. Überlebte. e.

Die Mauer wurde von König Herodes (37-4 Jahre v. Chr.) Als Stützmauer errichtet, die den Erddamm stützte, der gegossen wurde, um die Fläche des Tempelberges während der Rekonstruktion und Erweiterung des Tempelgebäudes zu vergrößern. Diese Mauer wurde ohne Befestigungsmörtel aus Reihen von glatt gehauenen Steinen (durchschnittliche Steinhöhe ist 1-1,2 m, Länge – 1,5-3 m, einige erreichen 12 m) mit einer leicht

hervorstehenden rechteckigen Platte auf der Vorderseite gebaut. Um der Wand eine größere Stabilität gegen den Druck der Erdmassen der Böschung zu geben, tritt jede nachfolgende Mauerreihe von der vorhergehenden in die Tiefe zurück. Da die unteren Reihen des Mauerwerks mit irdenen Ablagerungen bedeckt waren (zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts blieben nur die oberen fünf Reihen des Irodischen Mauerwerks über der Oberfläche der Erde), wurde die Mauer aufgebaut.

Die Klagemauer ist der heiligste Ort für Juden. Schon in den ersten Jahrhunderten nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem wurde es ein Ort des Gebets, an dem die Juden um die Zerstörung des Tempels trauern und zu Gott für die Wiederbelebung des Volkes Israel in seinem Land beten, einem Ort, der Israels frühere Größe symbolisiert und auf seine Zukunft hofft. Religiöse Juden auf der ganzen Welt beten zu Israel, Juden in Israel beten zu Jerusalem und Juden in Jerusalem beten zur Westmauer.

In der Nähe der Klagemauer kann man zu jeder Tageszeit Gebete finden. Die Klagemauer zieht Juden sowohl aus Israel als auch aus den Ländern der Diaspora an. Der Brauch von Millionen Menschen auf der ganzen Welt begann, zwischen den Steinen der Klagemauer Notizen zu machen. Sie sollen Gesundheit, Wohlstand, Erlösung und Glück schenken. Zum ersten Mal wurde diese Tradition in dem Buch „Padé Abraham“ erwähnt. Das Buch zitiert die Geschichte, wie ein großer jüdischer Weiser und Kenner der Kabbala Rabi Chaim Ben Atar eine Notiz schrieb, in der er die Wohlstandsübermittlung an seinen Schüler forderte und befahl diesem Schüler, sie in die Westmauer des Tempels zu investieren. Experten sagen, dass der Schüler von Rabbi Chaim Ben Atar ein anderer Weiser war, der als Hida bekannt ist. Dieser lächelte bald glücklich. In einem anderen Buch „Mea Shearim“ wird die Bedeutung dieses Brauchs gegeben, denn die Erwähnung des Namens einer Person in den heiligen Stätten hat eine besondere Macht. Nach den Lehren der Weisen ist der Hauptaspekt des Gebets die Arbeit, die ein Mensch im Herzen tut. So, zum Zeitpunkt des Schreibens des Gebets, ist die Bitte bereits gesagt. Die anschließende Erwähnung des Namens der Person und seiner Bitte an der Klagemauer fördert ein besseres und schnelleres Gebet.

Millionen von Gläubigen und Touristen aus der ganzen Welt kommen jedes Jahr nach Jerusalem, um die Klagemauer zu sehen und eine Notiz zu hinterlassen, die den Allmächtigen zwischen den Steinen der Mauer auffordert.


Zusammensetzung auf dem Bild Vereshchagin „Solomon Wall“